Cronut: ein Gebäckhybrid aus Croissant und Donut erobert die Welt

Der neue Hotspot in New York: die Dominique Ansel Bakery. Aber warum stehen New Yorks hippe Bewohner jeden Tag vor der eher unscheinbaren Bäckerei Schlange? Die Antwort lautet Cronuts. Der Gebäckhybrid aus Donut und Croissant ist die neue Trend-Leckerei.

Der Cronut in seiner ganzen Pracht

Halb Donut, halb Croissant

Bitte alle jetzt den Hut vor Herrn Ansel ziehen, denn der französische Bäcker aus New York hat etwas geschafft, das es seit der Erfindung der Muffins nicht mehr gab: er hat ein Gebäck zum absoluten Trend gemacht. Seit Mai 2013 werden in der Dominique Ansel Bakery die magischen Cronuts gebacken. Nach zwei Monaten und rund 10 Rezeptversuchen soll die Mischung aus einem Donut und einem Croissant das Licht der Backstube erblickt haben. Dabei sehen die Cronuts eher unscheinbar aus: sie sind klein und rund und haben ein Loch in der Mitte. Der Croissant-ähnliche Teig ist mit einer Creme gefüllt, die in wechselnden Geschmacksrichtungen angeboten wird. Im Mai gab es zum Beispiel Rose-Vanille und im August darf ein Kokosnuss-Cronut gefuttert werden.

 

Anleitung zum Cronut-Essen

Wer jetzt aber denkt „einfach nen Donut in die Fritteuse hauen und dann hab ich meinen Cronut“ irrt, denn laut dem Cronut-Meister Ansel dauert es rund drei Tage um eine der kleinen Kalorienbomben zu backen. Der Blätterteig des  500 Kalorien-Kringels erreicht nämlich erst nach  drei Tagen Ruhezeit seine maximale Fluffigkeit. Damit das Cronut-Meisterwerk beim Verzehr auch sein komplettes Aroma entfaltet, gibt es auf der offiziellen Webseite der Bäckerei sogar eine Anleitung zum Cronut-Essen. Besonders wichtig: gleich essen, bloß nicht im Kühlschrank lagern und wenn schon zerschneiden, dann mit einem Premium-Wellenmesser.

Jeden Monat gibt es eine neue Cronut-Füllung

Jeden Monat gibt es eine neue Cronut-Füllung

Ab 5 Uhr morgens wird Schlange gestanden

Geschmack hin oder her, was den Cronut so besonders macht ist die Marketingstrategie. Denn täglich werden nur 350 der Köstlichkeiten verkauft und pro Person dürfen maximal zwei Cronuts mitgenommen werden. Ergebnis: fast immer sind die Cronuts schon um neun Uhr morgens, also eine Stunde nach Öffnung der Bäckerei, ausverkauft.  Kein Wunder also, dass die Cronut-Anhänger Schlange stehen und das sogar schon einige Stunden bevor die Bäckerei öffnet. Solltet ihr mal in New York von einer ausschweifenden Party nach Hause torkeln und um 5 Uhr morgens eine Menschenschlage in SoHo sehen, dann wisst ihr: hier gibt’s Cronuts.

 

5 Dollar pro Cronut

Die Puddingschnecke von Bäcker Hermann um die Ecke kostet vielleicht nur einen Euro, für einen Cronut müsst ihr jedoch etwas tiefer in die Tasche greifen. Für fünf Dollar werden die Leckerbissen in Ansels Bäckerei verkauft. Dafür wird euch das Gebäck aber auch in einer goldenen Schachtel überreicht. Aber der Cronut schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch dafür gesorgt, dass ein ganz neuerer Dienstleistungssektor aus dem Boden gestampft wurde. Denn nicht alle Damen und Herren, die in der morgendlichen Cronut-Schlange stehen, lechzt es wirklich nach Blätterteig mit Cremefüllung. Sogenannte „Scalper“ verdienen sich ein Zubrot, indem sie die erworbenen Cronuts gleich vor Ort oder im Internet verkaufen. Da kann so ein einzelner Teigring auch schnell mal 40 Euro kosten. Es gibt sogar einen Lieferdienst, der sich nur darauf spezialisiert hat die Cronuts zu kaufen und an ihre Kunden auszuliefern. Unter croissantdoughnut.com können sich New Yorker, die zu faul sind sich morgens die Beine in den Bauch zu stehen, ihren Cronut bestellen und liefern lassen.  Der Dienst ist jedoch nicht gerade billig, denn für einen gelieferten Cronut werden rund 100 Dollar fällig.

 

Dossants und Crullants

Der Cronut-Papa Ansel ist über dieses Geschäft mit seinen Leckereien jedoch alles andere als glücklich und hat sich den Cronut sogar patentieren lassen. Ob das was gegen die drohenden Nachahmer helfen wird bleibt fraglich, denn in Chicago kann man aktuell schon Dossants essen und in L.A. gibt es Crullants. Es ist also wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis auch bei Bäcker Hermann um die Ecke die ersten Croissnuts oder Donsants in der Auslage liegen.

Den Cronut könnt ihr auch einfach nachbacken

Den Cronut könnt ihr auch einfach nachbacken

Prominente Cronut-Fans

Noch boomt das Geschäft mit den Cronuts jedoch. Das liegt vor allem auch an der Prominenz, denn kaum ein Promi lässt sich einen Trend entgehen. Der neuste Cronut-Fan: Heidi-Klum. Die Model-Mogulin hat ganz einfach mal New York besucht und sich sechs Köstlichkeiten vorbestellt, denn wer etwas mehr Geld auf den Tisch legt und sich auf die Pre-Order Liste setzten lässt, muss zwei Wochen warten und darf dann eine größere Box Cronuts mit nach Hause nehmen. Mit einem Foto von sich und der angeschnallten Cronut-Box im Privat-Jet hat Frau Klum dann den Cronut-Kauf auch besonders schön zelebriert.
Ganz so viel Glück wie Heidi hatte die Schauspielerin Emma Roberts nicht, denn die 22-jährige versuchte am Morgen des achten August ganz dreist mit Hilfe ihrer Pressesprecherin die Schlange zu umgehen und wollte einfach in die Bäckerei spazieren. Jedoch wurde sie vom Türstehen abgefangen und ans meilenweit entfernte Ende der Schlange verwiesen. Ergebnis: Roberts flüchtetet beschämt und musste sich wahrscheinlich bei Dunkin‘ Donuts tröste und die Dominique Ansel Bakery hat noch mehr PR.

 

Cronuts einfach selber backen

Wahrscheinlich sitzt hier jetzt schniefend und nach Zuckerschock und Kalorien-Glückseligkeit lechzend vor eurem Computer und sucht verzweifelt nach günstigen Flügen nach New York. Um die Cronuts-Sehnsucht zu befriedigen, gibt es jedoch zwei hilfreiche Schritte:

  1.  Zum ersten Beruhigen der Nerven einen schnöden Spritzkuchen essen
  2. Die Cronuts einfach nachbacken. Denn wir haben uns im Internet umgesehen und doch tatsächlich eine Cronut-Backanleitung gefunden. Wahrscheinlich schmecken die Teigringe auch ohne die fancy Verarbeitung himmlisch gut.


Bilder: martiapunts /shutterstock.com

 

Maike

Geboren und aufgewachsen bei den Wikingern an der norddeutschen Ostseeküste, verbringe ich mein Leben nun im schönen Bayern. Bei Stylonic befülle ich besonders gerne die Kategorien Trends, Stil, Essen und Tonic mit Inhalt, aber an sich schreibe ich über alles, was sich nicht wehren kann.

Mein Motto: Home is where your Wifi connects automatically.
Mein Anti-Motto: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Maike

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