Fashionhero: Unterhaltsam, aber verbesserungswürdig!

Fashionhero nennt sich die Show, mit der ProSieben gemeinsam mit Claudia Schiffer versucht, den „besten“ deutschen Nachwuchsdesigner zu eruieren. Wie gefällt euch das Spektakel? Würdet ihr auch – wie es viele schon getan haben – die Designerstücke kaufen? Hier einige Fragen und eine Pro- und Contra-Liste zu Fashionhero.

Model im Vordergund, Einkäufer im Hintergrund

Das Model präsentiert einen Entwurf von Jila & Jale Pashottan. ASOS-Einkäuferin Anne Resch (links außen) musste sie unbedingt haben.

Worum geht es eigentlich?

Genau diese Frage habe ich mir eindeutig viel zu lange gestellt, als ich gestern um etwa 20.24 Uhr vor dem Fernseher saß und zum ersten Mal Fashionhero gesehen habe. Ok, fairerweise muss man sagen, dass sich mit der Zeit die Show von selbst erklärt. Junge Designer, über die der Zuschauer nur wenig erfährt, versuchen mit je zwei Designs, die während der Show von Models präsentiert werden, zumindest einen der Einkäufer der Häuser s.Oliver, Karstadt und ASOS zu überzeugen und zum Kauf der von ihnen vorgestellten Kleidung zu bewegen. Somit ist nämlich gewährleistet, dass sie eine Runde weiterkommen. Wobei, da drängt sich doch eine Frage auf…

Wer zur Hölle ist ASOS?

Ich gebe zu, Mode ist ein Thema, mit dem ich mich normalerweise eher wenig befasse. Karstadt und s.Oliver sind mir jedoch bekannt. Aber ASOS? Panik stieg in mir hoch. Hab ich schon wieder einen Trend verpasst? Kauft man dort neuerdings ein? Ist das der neue H&M? Oder ist der Laden doch etwas gehobener und teurer? Weil ich Unwissenheit nicht ertrage, habe ich sofort das iPhone gezückt und gegoogelt. Und siehe da: Erleichterung stellt sich ein! Es handelt sich um einen Onlineshop mit Hauptfirmensitz in ENGLAND. Zielgruppe, zumindest vernehme ich das aus den Aussagen der sympathisch wirkenden Einkäuferin Anne Resch, sind junge Leute, die sich auch mal trauen, Buntes und Ausgefallenes zu tragen. Das wäre also geklärt. Allerdings, eine Frage hätte ich schon noch…

Als Mentoren sind neben Claudia Schiffer auch Uta Huesch und Sascha Lilic zu sehen.

Als Mentoren sind neben Claudia Schiffer auch Uta Huesch und Sascha Lilic zu sehen.

Hat Claudia Schiffer Freunde mitgebracht?

Und wieder ärgere ich mich, obgleich meiner Unwissenheit. Denn die zwei Mentoren, die wie Claudia Schiffer die Designer unterstützen und beraten sollen, sind mir unbekannt. Uta Huesch und Sascha Lilic werden sie vom Moderator genannt. Mal sehen, was sich über diese Herrschaften herausfinden lässt. Nach ein paar Klicks weiß ich: Uta Huesch ist „Kommunikationscoach für Cellcosmet einer Prestigemarke aus der Schweiz“ Sascha Lilic ist ein sehr erfolgreicher „freiberuflicher Stylist, Fashion Consultant, Creative Director und Casting Director für diverse Unternehmen und Marken“. Mehr Infos zu den beiden findest du hier.

Pros und Contras

  • Obwohl ich eigentlich nicht zur Zielgruppe dieser Sendung gehöre, hat es die Show doch geschafft, es bis zum Schluss spannend zu machen und mich als Zuschauer zu gewinnen.
  • Außerdem war es erfrischend, dass einmal nicht Heidi Klum als Starcoach aufgetreten ist.
  • Fashionhero ist etwas Neues, das auf deutsche Bedürfnisse angepasst ist.
  • Das wiederum bedeutet allerdings auch, dass Mode hier massentauglich gemacht wird. Zum einen, um ein breites Zuschauerspektrum zu gewinnen, zum anderen, um den Einkäufern gerecht zu werden.
  • Kritisch betrachte ich auch die Tatsache, dass den Designern und vor allem deren Arbeit so wenig Raum eingeräumt wird. Sie werden meist mit wenigen Sätzen vorgestellt, dazu werden ein paar Bilder von den letzten Vorbereitungen für die Show gezeigt. Das Schneidern oder Entwerfen der Kleidung wird leider nicht gezeigt. Sehr schade!
Vom kreativen Arbeitsprozess bzw. dem Entstehen der Kleider konnten die Zuschauer bisher leider wenig erfahren.

Vom kreativen Arbeitsprozess bzw. dem Entstehen der Kleider konnten die Zuschauer bisher leider wenig erfahren.

Reaktionen auf die Sendung: Alles ausverkauft!

Als letzte Woche die erste Sendung gezeigt wurde, waren die Quoten zwar verhältnismäßig bescheiden, doch zeigte die Show Wirkung. Noch während der Ausstrahlung waren die Homepages von ASOS und Karstadt restlos überlastet. Der rege Andrang äußert sich jedoch auch in den Verkaufszahlen. Die von Rayan Odyll designte Chiffon-Bluse war bei s.Oliver erhältlich – mittlerweile ist sie ausverkauft. Dasselbe gilt für das Jerseyshirt von Holst und Kunstreich. Auch ASOS hat gut gewählt, die Bomberjacke des Designers Marco Hantel war am Dienstag (15.10) nur noch in Einzelstücken erhältlich (Quelle).

Tipps: Hinweise über den Ablauf der Show findest du hier. Einen lesenswerten Bericht, in dem Silvia Kadolsky, Gründerin der deutschen Esmod-Modeschulen ihre fachliche Meinung zum neuen Showformat kundtut, gibt es hier. Nächsten Mittwoch um 20.15 läuft wieder eine Sendung Fashionhero auf ProSieben.

Bilder: © ProSieben/ Richard Hübner

 

Liesa

Ich schreibe besonders gerne Texte, die ein wenig ironisch sind. Das passt zu meinem Charakter 😉 Meine Lieblings-Stylonic-Kategorien decken sich mit zwei Bereichen, die mir auch im Alltag sehr wichtig sind: Liebe und Essen. Ich reise sehr gerne, lese viel und besuche oft meine Familie in Österreich.

1 Kommentar zu "Fashionhero: Unterhaltsam, aber verbesserungswürdig!"

  1. Ich find das ziemlich krass, wie schnell die Sachen auch ausverkauft sind. Ich glaube die Leute schauen das und hocken dann die ganze Zeit vor dem Computer und warten nur darauf, dass die Klamotten endlich im Shop landen.
    Es ist auf jeden Fall ein ziemlich interessantes Konzept mit tragbaren Klamotten. Nicht so, wie diese ganzen anderen „Fashion“-Sachen vom Laufsteg..
    Anschauen mag ich es mir aber trotzdem nicht jeden Mittwoch. 😉

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