Im Gespräch mit Einwanderungsberater Peter Hahn: Auswandern nach Neuseeland

Die S-Bahn hatte fünfzehn Minuten Verspätung, die Fahrgäste sitzen mürrisch auf ihren Plätzen und draußen ist es kalt und nass – manchmal kann Deutschland einem gehörig auf die Nerven gehen. Dagegen hilft eigentlich nur das Umfeld zu wechseln, im Klartext: Auswandern – am besten auf eine schöne warme pazifische Insel. Sie sollte nicht zu heiß und nicht zu kalt sein, freundliche Einwohner und atemberaubende Landschaften haben. Richtig, die Rede ist von Neuseeland. Peter Hahn hat es geschafft, der ehemalige Deutsche ist jetzt Neuseeländer, wir haben ihm dazu ein paar Fragen gestellt.

Neuseeland ist bekannt für seine außergewöhnlichen Landschaften.

Neuseeland ist bekannt für seine außergewöhnlichen Landschaften.

„Mir wurde ganz schnell klar, dass meine Zukunft in Neuseeland liegt“

Kiwis, Maoris und Herr der Ringe – das ist, was vielen als Erstes in den Sinn kommt, wenn sie den Begriff Neuseeland hören. Doch die Insel hat noch viel mehr zu bieten. Jeder, der einmal nach Neuseeland auswandern oder die Insel bereisen möchte, sollte auf Peter Hahns und Frank Simons Website neuseeland-ezine.de schauen. Er stellt Neuseeland in seiner vollen Pracht vor und gibt viele Tipps zum Thema Einwanderung in Neuseeland, denn er selbst ist Einwanderer. Vor vielen Jahren hatte er in Deutschland die Neuseeländerin Beena kennengelernt, seine Partnerin. Der Liebe wegen reiste er dann nach Neuseeland. Das war im Jahre 1992. Damals bin ich zunächst erstmal auf Probe für ein halbes Jahr nach Neuseeland gekommen. Als ich dann zurück in die Berliner Kanzlei ging, wurde mir aber ganz schnell klar, dass meine Zukunft in Neuseeland liegt.“

Hahn war in 20 Jahren nur dreimal in Deutschland

Seit 1993 lebt der 53-Jährige nun dauerhaft in Neuseeland und hat diesen Schritt kein einziges Mal bereut. Mittlerweile könnte man ihn sogar schon als echten „Kiwi“ bezeichnen. Er ist Vater zweier Kinder und hat Deutschland in den letzten 20 Jahren nur dreimal besucht.Seine Kinder waren noch nie in Deutschland. Es ist nicht so, dass ich nicht wollte, aber wir sind einfach zu busy mit unserem Kiwi-Lifestyle, um uns zu einem längeren Deutschlandaufenthalt aufzuraffen. Nur für ein oder zwei Wochen rüber zu fliegen, lohnt sich mit der ganzen Familie kaum. Meine Mutter besucht uns auch jedes Jahr für zwei bis drei Monate über die Weihnachtszeit in den hiesigen Sommerferien, so dass von der Seite auch keine Notwendigkeit besteht, nach Deutschland zu fliegen.“

Peter Hahn lebt nun seit 20 Jahren in Neuseeland.

Peter Hahn lebt nun seit 20 Jahren in Neuseeland.

Neuseeland fällt Einwandern positiv auf

Dass der Jurist nun in Neuseeland bleiben will, ist kein Wunder, denn der neuseeländische Lifestyle, das Alltagsleben hier in Neuseeland, darum werden die Neuseeländer von vielen anderen Nationen beneidet. Wie die Leute hier miteinander umgehen, fällt vielen positiv auf.“ Das ist mitunter auch ein Grund, warum jährlich circa 600 Deutsche nach Neuseeland auswandern. Für Herrn Hahn hat jedoch ein weiterer Faktor, der ihn zum Bleiben bewegt hat, eine große Rolle gespielt: Für mich persönlich liegt der größte Unterschied in der Weise, wie hier die Kinder aufwachsen. Wenn ich meine Kinder beobachte, möchte ich am liebsten selber wieder zur Schule gehen.“

Einwanderung ist nicht leicht

Heute arbeitet der deutsche Neuseeländer als Einwanderungsberater in der eigenen Firma Hahn & Associates Ltd, schließlich kennt er sich in dem Bereich „Einwanderung“ gut aus und weiß welche Hürden sich verstecken können.Die richtige Einwanderungsstrategie zu finden ist nicht ganz einfach, denn jeder Fall ist anders. Das Endprodukt, das wir unseren Kunden anbieten und verkaufen, ist das Residence Visa – die Daueraufenthaltserlaubnis. Der Weg dahin ist individuell unterschiedlich – für manche einfach und schnell zu erreichen, während andere Jahre brauchen und viele bürokratische Hürden überwinden müssen.“ Aber nicht nur der ganze Papierkram erfordert viel Arbeit und Durchhaltevermögen, auch auf emotionaler Basis ist es wichtig stark zu bleiben. Schwierig ist für viele der Anfang. Einiges ist anders, man ist weit weg von alten Freunden und der Familie.“ Wer aber auch plant ans andere Ende der Welt zu reisen, der sollte sich auf Heimweh gefasst machen und nicht überrascht über die plötzliche Entfernung sein. „Darin liegt ja aber für viele auch gerade der Reiz Neuseelands. Wer keine Neugierde aufs Ungewisse und Freude auf ein Abenteuer verspürt, für den ist Down Under wohl nichts.“

Kiwis sind typisch für Neuseeland.

Kiwis sind typisch für Neuseeland.

Wer hat die besten Chancen auf Einwanderung?

Momentan wissen wir, dass eher Handwerker als Akademiker gesucht werden. Warum?In Canterbury, der Gegend in und um Christchurch sind in den letzten 12 Monaten über 1700 Work Visa (befristete Arbeitserlaubnisse) für ausländische Arbeiter genehmigt worden, die meisten davon mit Sicherheit für Handwerker. Auslöser ist in Canterbury der Wiederaufbau nach den Erdbeben der Jahre 2010 und 2011. Aber auch in Auckland und anderen Regionen ist ein allgemeiner Aufschwung zu verzeichnen, was letztendlich zu einem höheren Bedarf an Arbeitskräften führt.“ Bis vor einigen Jahren waren allerdings auch Akademiker gefragt. Haben sie etwa keine Chance mehr? Was die Akademiker anbelangt, kann man schon sagen, je akademischer, desto schwerer! Allerdings soll das nicht heißen, dass Leute mit Uniabschluss keine Chancen hätten. Es kommt aber darauf an, welche Ausbildungen und Berufserfahrungen man vorweisen kann. Ingenieure und IT-Spezialisten sind nämlich in Neuseeland durchaus gefragt!

Wir bedanken uns für das Interview!

Fotos:

Angela Crowley/shutterstock.com

Peter Hans

Pi-Lens/shutterstock.com

Natascha

Mit 19 Jahren bin ich hier im Stylonic-Team wahrscheinlich die Jüngste. Meine ersten acht Lebensjahre verbrachte ich in Kalifonien USA, wo ich zweisprachig aufgewachsen bin. Schon früh habe ich meine Leidenschaft zum Schreiben entdeckt und konnte sie durch journalistische Nebentätigkeiten in vollsten Zügen ausleben. In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden, gehe auf Open Stages und musiziere gern.
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