Ist Krafttraining bei Frauen sinnvoll?

Nach Jahrtausenden Patriarchats hat sich an der Rollenverteilung in Fitness-Studios noch wenig geändert: Frauen sieht man meist joggend, hüpfend oder schwimmend. Männer dagegen ächzen unter schweren Gewichten im Freihantelbereich. Grund dafür – da sind sich die Fitness-Gurus einig – ist die weibliche Angst vor Muskeln. Doch so langsam schärft sich das Bewusstsein vieler Frauen in Richtung Krafttraining. Denn damit lässt sich der Körper angeblich besser formen. Es scheint, als löse die Angst vor Skinny Fat die Muskel-Phobie ab.
muskelaufbau

Aussehen wie Arnie – nein danke!

Muskulös ist ein männliches Ideal, Frauen dagegen wollen weiche Kurven. Der „liebe Gott“ hat sich das scheinbar auch so gedacht, denn was bei Männern zu Muskelwachstum führt – das Hormon Testosteron – liegt bei Frauen in viel geringerem Maße vor. (Quelle) Sie können schlichtweg gar nicht so muskulös werden wie Männer, selbst bei ähnlich intensivem Training. Frauen können durch gezieltes Krafttraining allerdings wirklich ihren Körper formen. Arme, Beine oder der Bauch werden dadurch definierter und bekommen eine straffe Kontur. Schwabbelarme oder ein kleines Bäuchlein bekommt man so viel besser in den Griff als mit Ausdauersport.

Wichtig ist allerdings, dass ihr euch im Fitness-Studio keinen „leichten“ Trainingsplan geben lasst. Oft setzen Trainer bei Frauen mit deutlich zu niedrigen Gewichten an, da sie Angst haben, die weibliche Kundschaft zu verschrecken. Ihr solltet bei Kraftübungen ein deutliches Ziehen spüren und danach ausgepowert sein. Bei fitnsexy.de haben wir einen Beispielplan entdeckt, der recht gut deutlich macht, dass auch Frauen mit weniger Wiederholungen dafür aber mit mehr Gewicht trainieren sollten. Achtet darauf, dass ihr bei den letzten 1-2 Wiederholungen kurz vor dem Erschöpfungszustand seid – es soll richtig fies brennen!

functional training

Beim Functional Training wird mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet.

Macht Kraftsport schlank?

Langfristig auf jeden Fall. Auf der Waage kann Kraftsport erstmal zu einer Zunahme führen, denn Muskeln wiegen mehr als Fett. Doch langfristig erhöht die Muskelmasse euren Grundumsatz – ihr verbrennt also mehr. Deshalb hilft Muskelaufbau auch dabei, das Gewicht zu reduzieren und dann langfristig zu halten. Wollt ihr allerdings gleichzeitig auch abnehmen, solltet ihr trotzdem das Ausdauertraining nicht vernachlässigen, denn das verbrennt während des Sports deutlich mehr – eine gute Kombi aus beidem ist also angesagt!

Gegen Skinny Fat ist Kraftsport das bessere Mittel, denn Ausdauertraining würde hier nur im Profisportbereich etwas bewirken. Habt ihr also trotz schlanker Figur an manchen Stellen ein Fettpolster, dann sind gezielte Kraftübungen das Beste.

Lieber mit Hanteln oder an Geräten?

Für Anfänger sind die Geräte oft besser geeignet, da sie euch sozusagen führen und den genauen Ablauf der Bewegung vorgeben. Langfristig solltet ihr aber mehr mit Freihantel trainieren, da das viel anspruchsvoller ist und mehrere Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht. Training an Geräten ist sehr punktuell! Besonders beliebt ist derzeit Training mit dem eigenen Körpergewicht – aber natürlich nicht neu. Crunches, Liegestütz und Kniebeugen gibt es seit jeher, nur entdeckten wir derzeit ihre Effektivität erneut.

Immer beliebter wird aber auch das sogenannte Functional Training, bei dem Muskelgruppen und keine isolierten Muskeln trainiert werden. Dazu werden Kettleballs, Medizinbälle und Schlingentrainer eingesetzt. Mehr dazu könnt ihr auch hier im Spiegel lesen.

Beide Bilder: © panthermedia.net /Maksim Toome

Lieschen

Lieschen

Ich bin die Bereicherung aus dem hohen Norden für die Redaktion in München. Trends werden von mir auf Hamburger Straßen aufgelesen. Meine Lieblingsthemen drehen sich um sportliche Neuheiten, Essen und Kosmetik.
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