O’zapft is: Dirndl NO-GOs zum Oktoberfest – und wie ihr sie umgeht

Am 20. September ist es wieder so weit: die fünfte Jahreszeit in München startet und die gesamte Stadt befindet sich mit den 6,4 Millionen Besuchern des Oktoberfests mehr oder weniger in Bierseligkeit. Die Tracht wird aus dem Schrank geholt, abgestaubt und ausgeführt. Was es da jedes Jahr zu bestaunen gibt, schön genauso wie furchtbar, gehört zur Wies’n dazu wie das Bier. Damit ihr aber wisst, wie’s laufen soll, haben wir hier ein paar Dirndl-Faux-Pas für euch!

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Zur 5. Jahreszeit in München, dem Oktoberfest, werden die Trachten rausgeholt. Wichtig bei der Wahl der Dirndl ist Zurückhaltung.

Du bist, was du trägst: der schmale Grat zwischen Tradition und Moderne

Tracht heißt nicht ohne Sinn so, denn es bezeichnet die traditionelle und historische Kleidung einer bestimmten Region. Durch das Tragen von Tracht verändert sich gleichzeitig der Ausdruck eines jeden Menschen: man repräsentiert plötzlich Jahrhunderte von Heimatgeschichte und zeigt, dass man sich damit identifiziert. Tradition darf natürlich auch modern interpretiert werden, gar keine Frage, doch wann dies zu viel ist, ist für manche sehr schwer einzuschätzen. Unsere Dirndl-No-Go’s:

  • Zu kurz und zu grell

Traditionell ist die bayerische Tracht das Arbeitsgewand junger Mädchen auf einem Hof. Deshalb war sie möglichst einfach und schlicht und außerdem bodenlang. Auch die Dirndl gingen über die Jahre mit der Mode und veränderten sich im Stil und in der Länge. Weil die meisten Frauen heute etwas mehr Bein zeigen wollen, sind die Schnitte deutlich kürzer. Trotzdem: kürzer als direkt über dem Knie sollte der Rock eigentlich nicht sein. Denn wenn auf den Tischen getanzt wird, kann so sonst der eine oder andere fremde Blick unter das Dirndl nicht vermieden oder das Höschen für alle sichtbar freigelegt werden. Auch zu grelle Farben wie neonpink und abgefahrene Muster wie Leo-Print haben zu einem Dirndl eigentlich historisch keinen Bezug. Die Geschmäcker sind zwar bekanntlich verschieden, aber das sieht meistens einfach stillos, kitschig und platt aus. Zwischen einem Trachtendirndl und alltäglicher Kleidung sollte doch noch ein Unterschied zu sehen sein. Klar, klassisch schöne Dirndl sind meist teurer und viele sehen es nicht ein, für ein einziges Event im Jahr so viel Geld auszugeben. Auf laremia.com, eine Seite, auf der man Designerstücke „mieten“ kann, haben wir Dirndl gefunden, die sehr schön traditionell aussehen und insofern schlicht sind, sodass für jeden Geschmack bestimmt was dabei ist.

  • Dessous-Dirndl und ohne Bluse

Heute sind Dirndl oft nicht mehr nur aus Baumwollstoff, sondern dürfen auch mal aus schimmerndem Satin oder Viskose sein. Doch bitte, bitte: Der Rock sollte keinesfalls aus – womöglich noch durchsichtigem – Spitzenstoff bestehen, wie beispielsweise dieses hier und dabei aussehen wie ein Negligé! Wenn schon Spitze, dann nur die Schürze, die im Übrigen nicht länger als der Rock sein darf. Eine Bluse gehört außerdem fest zur Tracht dazu, weshalb das Dirndl auch niemals ohne sie wie ein Trägerkleidchen getragen werden darf! Ob schwarz oder weiß, rund oder Carmenausschnitt, alles ist für die Bluse erlaubt, nur angezogen sollte sie werden.

  • Schleife auf der falschen Seite

Die meisten Wies’n-Gänger kennen es, aber wenn nicht, outet man sich schnell als Trachtenfremdling: Links = Ich bin noch zu haben! Anbandeln ist somit erlaubt oder sogar gewünscht. Rechts dagegen bedeutet, dass die Trägerin vergeben ist. Man möchte annehmen, mittig gebunden besagt, dass die Trägerin sich ihres Familienstandes nicht sicher ist. Aber Achtung: traditionell heißt es, sie ist noch Jungfrau!

  • Lederhose für Frauen

Für uns ist das zwar kein direktes No-Go, dennoch scheiden sich hier die Geister. Wenn es auch den Anschein von Emanzipation macht und Ziel und Zweck des Lederhosentragens das „Anderssein“ und Abheben vom Dirndl ist: schön ist hier auch nur, was nicht zu viel ist. Also traditionell angehaucht, nicht zu kurz und auf gaaar keinen Fall in anderen Farben als braun.

Ausgefallen, aber nicht zu peinlich

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Eine schöne Mischung aus frischen Farben und Mustern macht ein aussergewöhnliches Dirndl aus.

Insgesamt gilt: das Dirndl darf außergewöhnlich, aber nicht zu peinlich sein! Mit etwas Zurückhaltung seid ihr also immer auf der sicheren Seite. Nicht zu bunt, nicht zu kurz – eher traditionell sollte es sein. Dann heimst ihr bestimmt eher die bewundernden, als abschätzigen Blicke der anderen Wies’n-Besucher ein. Wer sich noch mehr über die bayerische Tracht und ihre lokalen Abweichungen wissen möchte, findet hier weitere Informationen.

Bilder: © bildagentur.panthermedia.net/Kzenon

Susel

Susel

Wenn ich als waschechtes "bayrisches Madl" nicht in den Bergen unterwegs bin, stehe ich in der Küche und probiere bei lauter Musik neue Kuchenrezepte aus. Deshalb hacke ich am Liebsten für Themen aus dem Bereich Sport, Essen und Lifestyle in die Tasten. Neben (viel zu zu viel) KinderSchokolade ist München meine große Liebe. Ich mag außerdem: Selbstironie, Gelassenheit und To-Do-Listen.
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