Phonebloks: das Smartphone zum Zusammensetzen

Akku kaputt? Smartphone bitte austauschen. Home-Button geht nicht mehr? Weg mit dem Handy. Der Designer Dave Hakkens hat keine Lust mehr auf die immer weiter wachsenden Müllberge an Smartphones, die nur aufgrund von veralteten oder kaputten Teilen weggeschmissen werden. Seine Idee: ein Smartphone, das aus verschiedenen Blöcken besteht, die je nach Bedarf ausgetauscht werden können.

So soll das Smartphones aus Phonebloks aussehen.

So soll das Smartphones aus Phonebloks aussehen.

 Bau dir dein Smartphone

An sich erinnert die Idee von Dave Hakkens ein bisschen an Lego-Basteln. Statt wie bei einem herkömmlichen Smartphone, in dem von Akku bis hin zu Handy-Kamera alle Teile fest verbaut sind, besteht das Phoneblok-Phone aus verschiedenen Modulen. Die einzelnen Blöcke sollen durch ein Stecksystem auf einer Platinen-Platte miteinander verbunden werden. Die Idee dahinter ist, dass kaputte Teile einfach ausgetauscht werden können, ohne dass das ganze Smartphone im Müll landen muss. Auch soll der Nutzer sich sein Phone nach seinen Vorlieben zusammenstellen. Wie ihr auch im offiziellen Video seht, kann so entweder der Speicher vergrößert werden oder mehr Wert auf eine hochauflösende Kamera gelegt werden. Die einzelnen Blöcke, die im Idealfall von verschiedenen Herstellern produziert werden,  soll es dann über einen Store zu kaufen geben. Noch ist das Blöckchen-Phone des niederländischen Designers jedoch nur eine Idee und wird auf der Crowdspeaking-Plattform thunderclap.it vorgestellt. Das Konzept scheint gut anzukommen, denn aktuell liegt die Zahl der Supporte bei 826 708 von idealerweise 850 000. Und noch ist ein Monat Zeit, um selber zum Supporter zu werden und so die mediale Aufmerksamkeit noch weiter auszubauen.

 

Umsetzbar oder Hirngespinst?

Die Idee hört sich genial an. Denn nur jedes vierte Smartphone in Deutschland wird überhaupt recycelt, 10 Millionen iPhones und Co landen jedes Jahr im ganz normalen Hausmüll und weltweit wird die Anzahl des Elektroschrotts pro Jahr auf 40 Millionen Tonnen geschätzt. Und das nur, weil der fest eingebaute Akku schwächelt, der Speicherplatz nicht mehr ausreicht oder die Kamera kaputt ist. Aber genau an diesen Sachen verdienen auch die großen Smartphone-Hersteller, denn sie bringen nicht aus Jux und Tollerei jedes Jahr neue Modelle auf den Markt. Hier stehen die Phonebloks vor einem ersten Problem, denn die Smartphone-Lobby ist groß und wird sich wohl kaum für ein Blöcke-Modell, das für ihre Komplettpaket-Handys Konkurrenz bedeutet, stark machen. Die Nutzer könnten dagegen Probleme mit dem Design des Blöckchen-Handys haben, denn die ersten Skizzen erinnern eher an einen sperrigen Knochen mit dem Charme einer Lego-Baukiste.

 

Ein bisschen wie Lego: die einzelnen Phonebloks.

Ein bisschen wie Lego: die einzelnen Phonebloks.

 

Realisierung bleibt schwierig

Laut Hardware-Hacker George Hahn ist aber vor allem die Verbindung der einzelnen Blöcke und die Kommunikation untereinander das Problem. Denn die einzelnen Komponenten aufeinander abzustimmen, sodass alles einwandfrei läuft, wird sehr aufwendig sein. Sollten sich jedoch genug Leute für die Phonebloks interessieren und wider Erwarten auch einige einflussreiche Smartphone-Pioniere einsteigen, könnte die Forschung in diesem Bereich vorangetrieben werden. Dass das Projekt Phonebloks sehr aufwendig erscheint, weiß auch Hakkens. Doch Crowdfunden will er seine Phonebloks-Idee momentan nicht. Der Aufwand wäre für ihn alleine zu groß. Aber vielleicht generiert das ganze Projekt noch mehr Aufmerksamkeit und bewegt die Nutzer dazu, das Dauerwegschmeißen der Smartphones etwas mehr zu hinterfragen und nach anderen Optionen Ausschau zu halten. Und eventuell findet Hakkens ja doch noch patente Unterstützer, die seine Idee verwirklichen können.

 

Wenn ihr von den Phonebloks begeistert seid: auf phonebloks.com gibt es mehr Informationen wie ihr das Projekt unterstützen könnt.

 

Bilder: Phonebloks.com, Video: www.youtube.com

Maike

Geboren und aufgewachsen bei den Wikingern an der norddeutschen Ostseeküste, verbringe ich mein Leben nun im schönen Bayern. Bei Stylonic befülle ich besonders gerne die Kategorien Trends, Stil, Essen und Tonic mit Inhalt, aber an sich schreibe ich über alles, was sich nicht wehren kann.

Mein Motto: Home is where your Wifi connects automatically.
Mein Anti-Motto: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Maike

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