Quinoa: Buntes Inka-Korn der Raumfahrt

Gefühlt jeden zweiten Tag kommt ein neues Nährstoffwunder mit viel Trommelwirbel um die Ecke gebogen: Vorgestern Gerstengras, gestern Chia, heute Quinoa. Nur, was soll man mit dem ganzen neumodischen Zeug anfangen? Wir haben uns für euch informiert und servieren euch alle Infos und leckere Rezepte zum sagenumwobenen „Gold der Inkas“.

Wooden spoon with ready cooked quinoa, on a wooden surface with dill

Gesundes Powerkorn.

Heiliges Kraftkorn der Inkas

Wir wollten es ja auch madig machen und aufklären, dass gar nichts dran ist, am nervigen Quinoa-Hype. Aber alles, was ihr gehört habt, ist wahr!

Schon die Inkas wussten um den großen Nährstoff- und Mineralgehalt des Andenkornes. Die Quinoa-Pflanze stand im Inkareich – das sich bis ins 16. Jahrhundert hinein von Kolumbien bis nach Chile erstreckte – für Vitalität und Gesundheit und war so heilig, dass die ersten Körner des Jahrs mir einem goldenen Stab ausgesät wurden.

Quinoa plantations in Chimborazo, Ecuador, South America

So ästhetisch schmückt die Quinoa-Pflanze die Anden.

In Peru ist Quinoa bis heute wichtiger Teil der Nationalküche: Die Körner ergeben traditionelle Suppen und Eintöpfe, während die Blätter der Pflanze in der peruanischen Küche als Spinat zubereitet werden.

In 100 g Quinoa sind laut Lebensmittellexikon enthalten:

Hauptnährstoffe:

  • 338/1415 Kalorien
  • 58,5 g Kohlenhydrate
  • 14,8 g Eiweiß
  • 12,6 g Wasser
  • 6,6 g Ballaststoffe
  • 5 g Fett (vor allem ungesättigte, langkettige Fettsäuren)

Mineralstoffe:

  • 804 mg Kalium
  • 328 mg Phosphor
  • 276 mg Magnesium
  • 80 mg Calcium
  • 10 mg Natrium
  • 8 mg Eisen

Für Allergiker besonders interessant: Das Quinoa-Korn ist glutenfrei, denn es tut nur so, als sei es Getreide! Es gehört aufgrund seiner stärkehaltigen Samen zu den Pseudocerealien. Das Korn wird im Prinzip wie Reis gekocht und eignet sich geschmacklich besonders gut für gemüsehaltige Suppen und Eintöpfe.

Doch damit nicht genug der Power: Quinoa enthält die zehn wichtigsten Aminosäuren für den menschlichen Organismus (Quelle) und 4,3 Prozent Alpha-Linolsäure – eine Omega-3-Fettsäure, die sonst nur in ein paar pflanzlichen Ölen wie Hanföl, Leinöl und Kürbiskernöl sowie in Fischen vorkommt.

Verwirrung vorprogrammiert: Rot, Gelb, Braun?

white, red and black quinoa grain - top view of teardrop bowls against rustic wood

Quinoa ist nicht gleich Quinoa.

Quinoa gibt es in Deutschland in verschiedenen Sorten und Verarbeitungsformen, sodass man schnell verwirrt sein kann. Es gibt hierzulande vor allem rote, schwarze und gelbe Quinoa-Körner zu kaufen, manchmal auch alle in einer Packung zusammengewürfelt. Das sind nur drei von vielen, manche schätzen tausenden von Sorten, die im Andengebiet wachsen. Gepufft ergibt Quinoa übrigens eine tolle, kraftvolle Müsli-Zugabe.

(Quelle und mehr Detailwissen zu Quinoa)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereiste der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt Kolumbien. Dabei lernte er auch Quinoa kennen. In seinen Notizen steht zu lesen, Quinoa habe für die Inkas dieselbe Bedeutung gehabt wie der Wein für die Griechen, der Weizen für die Römer und die Baumwolle für die Araber.”

(Quelle und mehr Detailwissen zu Quinoa)

Astronautennahrung mit Nährstoff-Jackpot

Quinoa gehört dank der geballten Nährstoffkraft übrigens zu den Lebensmitteln, die Astronauten mit auf ihre Raumfahrten nehmen.

Wie das aussieht, zeigt Astronautin Samantha Cristoforetti in einem faszinierenden Video live aus dem Weltall: Sie bereitet sich in der internationalen Raumstation ISS bei Schwerelosigkeit einen deliziösen Wrap aus Quinoa-Salat, trockenen Tomaten, Makrele und Lauchcreme zu.

Quinoa-Eintopf

Wie sich Quinoa auf Erden besonders lecker zubereiten lässt, weiß Agnes. In ihrem Blog mit dem wunderschönen Namen „Sachen die glücklich machen“ stellt sie einen Quinoa-Eintopf mit Kichererbsen und Süßkartoffeln vor.

milk soup with potatoes, quinoa and peppers on a dark wood background. the toning. selective focus

Quinoa passt toll zu Suppen und Eintöpfen.

Ihr benötigt (für 4 Personen):

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 20 g frischen Ingwer
  • 1 entkernte Chili
  • 300 g Süßkartoffeln
  • 2 Möhren
  • 200 g Quinoa
  • 3 TL Curry Gewürz
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Kokosmilch
  • 1 Glas Kichererbsen
  • Salz, Pfeffer
  • Frischen Koriander oder frische Petersilie

Und so müsst ihr vorgehen:

  1. Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili in feine Würfel schneiden.
  2. Süßkartoffeln und Möhren schälen und in ca. 1cm-große Würfel schneiden.
  3. Quinoa heiß abspülen.
  4. Zwiebel, Ingwer und Chili in einem Topf mit Öl anschwitzen.
  5. Quinoa, Süßkartoffeln und Möhren hinzutun und kurz braten.
  6. Curry, Gemüsebrühe und Kokosmilch hinzugeben und ca. 15 Minuten zugedeckt garen lassen.
  7. Kichererbsen in den Topf geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. Feingeschnittene Kräuter unterrühren und servieren!

Weitere Rezeptideen, die wir im Netz aufgefischt haben:

 

Wir wünschen viel Experimentierfreude mit dem bunten Andenkorn!

Bildrechte: istockphoto.com/portokalis/pxhidalgo/marekuliasz/nata_vkusidey

Marie

Marie

Im Stylonic-Team versuche ich mit meiner verqueren Birne ironisch und provokant und manchmal einfach mit Berliner Schnauze die staubige Online-Landschaft etwas aufzuwirbeln. Am liebsten schreibe ich über meine eigenen Erfahrungen beim Reisen oder Tagträumen und über die ganz normalen Verrücktheiten, die uns im Leben so begegnen. Wörter, von denen die Welt mehr braucht: quietschfidel und schnabulieren.
Marie
Der Beitrag hat Dir gefallen? Teile ihn!Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestShare on TumblrEmail this to someonePrint this page

Kommentar hinterlassen on "Quinoa: Buntes Inka-Korn der Raumfahrt"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*