Schoko und Wein: Eine gefährliche Liebesbeziehung

Wer verführt hier wen? Die Schokolade den Wein, der Wein die Schokolade oder beide uns? Schokolade für sich ist schon ein rauschendes Fest und nun kommt auch noch der edle Wein hinzu – was für eine Explosion! Doch wie bei jeder Explosion ist Vorsicht geboten. Die Wein-Schoko-Affäre gelingt nur, wenn die Regeln der Verführung beachtet werden.

schokolade und wein

Schokolade und Wein – Eine explosive Mischung © Andreas Saldavs – Shutterstock.com

In Deutschland verbindet man Wein meist mit einem guten Essen. Unser Wein kommt trocken, herb oder süß daher. Schokolade in seiner unglaublichen Vielfalt ist dagegen für uns der Favorit wenn es um Desserts geht. Die zwei Meister der Verführung gehen dementsprechend meist getrennte Wege. Zeit, eine Kreuzung einzubauen.

Schokolade und Wein, darf das sein?

Sowohl unsere geliebte Schoki als auch der treue Wein wagen immer wieder einmal exotische Ausflüge. Ob für Wild, Fisch oder Geflügel, Köche verfeinern Soßen gerne mit einer Schoko-Note. Schokolade wird in der Zwischenzeit in den merkwürdigsten Variationen angeboten. Ob Schokolade mit Gummibärchen noch etwas mit Genuss zu tun hat, das sei dahingestellt.

Und jetzt auch das noch, Schoko mit Wein? Länder wie Frankreich (wo ja eher Essen zum Wein als Wein zum Essen serviert wird) machten es den deutschen Köchen vor und seitdem sind die Gourmets in unseren Breitengraden auf einer wirklichen Genussreise. Die Kombination Schokolade mit Wein kann gerade bei uns wunderbar gelingen, da Deutschland exzellenten Wein produziert.
Kurt Tucholsky meinte einst:

„Schade, dass man einen Wein nicht streicheln kann“(Quelle).

Nun man kann es wohl physisch nicht, aber mit den Gaumen gelingt uns dieses Kunststück. Psychisch auch: Schokolade und Wein sind Nahrung für die Seele. Aber Vorsicht: Wein und Schokolade können ein Traumpaar sein, doch ist es wie in jeder guten Ehe, sie können sich auch geschmacklich im Weg stehen. Damit dies eine verführerisch sinnliche Begegnung wird, müssen ein paar Leitlinien beachtet werden.

Hier die 3 Regeln der Schoko-Wein-Liaison:

1.Die richtige süß-sauer Kombination

Bei Wein und Schokolade spielt die Ausgewogenheit von Süße und Säure eine wichtige Rolle. Da beide Produkte aus Beeren gemacht werden, enthalten sie auch natürliche Fruchtsäuren und Bitterstoffe, das sind zum Beispiel die Tannine des Weines und die Gerbsäuren, die bei der Fermentation des Kakaos entstehen. Auf die richtige Balance kommt es also an.

Bei zu viel Säure wird die Kombination schnell ungenießbar. Wählt man dagegen zu säurearme Weißweine, fehlt die Säurestruktur als Rückrat. In diesem Fall wirkt der Wein wegen der Schokolade charakterlos und flach. Eine gute Kombination ist also ein vollmundiger Weißburgunder mit mineralischen Noten mit einer Schokolade mit Meeressalz-Würze.

Eine Milchschokolade mit Pfeffer kann mit einem körperreichen Weißwein mit wenig Säure zur sinnlichen Verführung werden. Beispiel: Weißburgunder, Grauburgunder oder Chardonnay. Heikel dagegen kann das Zusammentreffen von einem trockenen Rotwein mit Vollmilchschokolade sein. Bessere Kombinationsmöglichkeiten finden sich zwischen Bitterschokoladen und Rotweinen. Die fruchtigen Noten, Röstaromen und die Struktur der Gerbstoffe beider Produkte können eine fantastische Verbindung eingehen und sich noch bereichern.

2.Verführen in Maßen

Ein charmanter Verführer kann zum Beispiel ein trockener Rotwein mit anhaltendem Ausklang sein. Die Würze und Fruchtigkeit der Bitterschokolade passen sehr gut zu den Gewürz- und Fruchtnoten des Weines. Aromen wie Vanille, Brombeere, Pflaume oder Lakritze, die auch in den Edelschokoladen zu finden sind, verstehen sich vorzüglich mit einem Dornfelder, einem Regent oder einem Saint-Emillion. Doch in Sachen Verführung gilt: Nicht übertreiben!

Die Sinnlichkeit der Verkostung funktioniert nur dann, wenn man ein kleines Stück Schokolade im Mund anschmelzen lässt, einen Schluck Wein trinkt und sich einfach überraschen lässt. Wichtig ist nur noch, dass beide Produkte Zimmertemperatur haben.

Dann kann aus einem Glas Wein und einem kleinen Stückchen Schokolade ein Fest der Sinne werden, das jeder für sich genießt und auch jeder anders wahrnimmt.

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Verführerisch – Ein Stück Schokolade zum Glas Wein © Ulrike Pflaumer

3. In der Ruhe liegt die Kraft

Schokolade und Wein sind zwei der feinsten Genüsse unseres Alltags. Doch unser Alltag ist oft von Stress und Hektik geprägt. Um die Reize der Schoko-Wein-Verbindung richtig genießen zu können, bedarf es der Ausschaltung aller anderen Reize. Diese Gaumenfreude ist nichts für zwischen Tür und Angel! Nehmt euch für die Verkostung einen ganzen Abend Zeit, trefft euch mit Freunden und macht das ganze zu einem Themenabend. Hauptsache im Mittelpunkt steht der Wein-Schoko-Verführungsakt – und nicht Fernseher oder Smartphone.

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