Scrapbooking – Liebe zum Detail

Basteln? Mit Papier? Jeder von euch denkt da wahrscheinlich erst einmal an die japanische Faltkunst Origami. Doch seit ein paar Jahren gibt es den Trend des „Scrapbooking“, ein Bastelhobby, dessen Ziel es ist, aus den unterschiedlichsten Papierformen, -farben und -mustern etwas Neues zu kreieren. Denn das englische Wort scrap bedeutet eigentlich so viel wie Altmaterial, Verschnitt, Stückchen. So entsteht daraus ein kleines Kunstwerk. Wir haben mit der Grafikerin Julia über Scrapbooking-Projekte und ihren Blog gesprochen.

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Ein gescraptes Schächtelchen macht doch viel mehr her als der Standard.

Scrapbooking als Sucht

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Julia Klein stellt auf ihrem Blog Mimizuku regelmäßig ihre Scrapbooking Projekte vor.

Gebastelt und kreative Techniken ausprobiert hat Julia schon immer gerne, nur das Material variierte ständig. Auf das Thema Scrapbooking kam sie erst zu Beginn diesen Jahres, weil sie ihren Hochzeitskarten und Umschlägen eine persönliche Note verleihen wollte und sich deshalb selbst an Schere und Papier gemacht hat. Seitdem ist sie in der „Scrapbooking-Spriale“ gefangen, denn Julia faszinieren die abwechslungsreichen Möglichkeiten und deshalb teilt sie ihre Ergebnisse nun regelmäßig auf ihrem Blog www.mimizukudesign.blogspot.de. Julia: „Ich bin in meinem kreativen Sein angekommen.“

Festhalten von Erinnerungen mit Papier

Doch was genau ist Scrapbooking eigentlich? Auf jeden Fall mehr als man vielleicht erwartet – ein reines Aufeinanderkleben von Papier ist es nämlich ganz und gar nicht: „Es kann helfen, schöne Erinnerungen wieder aufleben zu lassen“. Denn durch die intensive Beschäftigung, wenn man beispielweise ein Fotoalbum entwirft, werden bestimmte Farben und die Dekoelemente dafür je nach Stimmung ausgewählt. „So werden Emotionen auf Papier gebracht, ohne dass man seine Gefühle in Worte fassen muss.“ Das geschieht automatisch – durch die Farben und Formen. Für Julia ist das Basteln zum einen eine Art Entspannung, aber es macht ihr auch große Freude, wenn sie ein fertiges Projekt in den Händen halten kann: „Ich freue mich jedes Mal wahnsinnig und erinnere mich gerne an den Moment, an dem das Foto oder eben auch das Layout entstand.“

Inspiration auf Schritt und Tritt

Inspirieren lässt sich Julia „auf Schritt und Tritt. Wenn man sich genau umsieht, kann man in jeder Situation und aus allen Objekten, die einen umgeben, Inspiration schöpfen.“ Hat man das erst einmal erkannt, ist es wahrscheinlich gar nicht mehr weiter schwer. So sieht Julia auch beim Aufräumen und Sortieren ihres „Scraptisches“ neue Ideen, weil sich plötzlich andere, neuartige oder ungewohnte Farb- und Materialkombinationen ergeben.

Die Vielseitigkeit des Scrapbooking und die Liebe zum Detail

Was genau man mit Scrapbooking machen und umsetzen kann, kommt ganz auf euch und eure Fantasie an. „Dekoration für Zuhause, Geschenkschachteln, Fotoalben – alles ist möglich“. Natürlich braucht man dazu eine gute Ausstattung und einen Grundstock an Materialien, damit ihr euch verwirklichen könnt. Habt aber Geduld und kauft nicht zu viel auf einmal, sondern denkt in „Scrapbooking“ und hebt alles auf, was euch über den Weg läuft, euch gefällt und zum Basteln vielleicht nützlich sein könnte! Denn erst über die Zeit kommt eine Sammlung zusammen. Für ihre Scrapbooking Projekte benutzt Julia zusätzlich zum Papier Pailetten in allen Formen und Farben, kleine Details aus Gold und außerdem ihre Nähmaschine. „Denn die gibt den Projekten mit ein paar Stichen den letzten Schliff.“ Beim Scrapbooking zählt also die Liebe zum Detail. Diese Details sind oft auch Stempel oder aus Papier ausgestanzte Motive, wofür oft Produkte von Stampin‘ Up, einem Unternehmen das solches Handwerkszeug vertreibt, verwendet werden. Ganz tolle Projekte damit findet ihr auch im Blog von Frau Pfiffig, HelloMime, Pünktchenstempel, PapirTapir und MaggieQuack.

Das Hobby wird zum Beruf

Die Ausbildung als Grafikerin hat sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen, dass Julia nun als „Design Team Member“ der Scrapbook Werkstatt arbeitet. Für die Scrapbook Werkstatt erstellt Julia Projekte: entweder mit einem der Monatskits oder einer aktuellen Serie. Auch für das amerikanische Magazin „Die Cut Crazy“ stellte sie monatlich ein paar Scrap-Projekte vor, die dann veröffentlicht wurden. So hat Julia ihr Hobby zum Beruf gemacht und kann sich nun mit Scrapbooking auch beruflich ausdrücken und verwirklichen. Julia für sich hat ihr Material gefunden und fühlt sich angekommen: „Jetzt bin ich bereit für neue Abenteuer!“

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Auch digital ist Scrapbooking möglich.

Wir bedanken uns bei Julia für das tolle Interview!

Bilder: © Julia Klein

Susel

Susel

Wenn ich als waschechtes "bayrisches Madl" nicht in den Bergen unterwegs bin, stehe ich in der Küche und probiere bei lauter Musik neue Kuchenrezepte aus. Deshalb hacke ich am Liebsten für Themen aus dem Bereich Sport, Essen und Lifestyle in die Tasten. Neben (viel zu zu viel) KinderSchokolade ist München meine große Liebe. Ich mag außerdem: Selbstironie, Gelassenheit und To-Do-Listen.
Susel
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1 Kommentar zu "Scrapbooking – Liebe zum Detail"

  1. Ein schönes Interview! Und Scrappen macht wirklich süchtig 😉

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