Modesünden von der Straße

Kreischend entreiße ich meiner Mutter das Jugendfoto „SO SAHST DU WIRKLICH MAL AUS??“ und Onkel August erst! Die Mode, eine absolute Sünde, der Haarschnitt, die totale Katastrophe! Mode aus den späten 70ern und den 80ern gehört verbrannt – auch wenn sie heute sich wieder an Hipstern auf Berliner Straßen traut. Doch es bleibt zu befürchten, dass auch wir eines Tages Bilder unserer Jugend betrachten und entsetzt feststellen: das geht ja gar nicht! Und wir sprechen hier nun nicht von Haremshosen und Schnauzbärten, die von Hipstern getragen werden. Wir sprechen von alltäglichen Modesünden auf deutschen Straßen: Ballerinas, Chinos oder sackartigen Oberteilen!

Nicht jedes Outfit siegt optisch...

Nicht jedes Outfit siegt optisch…

Ballerinas – aber die sind doch so bequem!

Klar, diese Schuhe sind eine echte Wohltat für von Absätzen geplagte Füße. Doch einen schönen Gang zaubern sie nicht und durch das fehlende Fußbett sind Ballerinas eigentlich auch nicht gesund. Wollt ihr bequeme Schuhe tragen, dann greift lieber zu Sneakern. Soll es schick sein, dann achtet wenigstens auf ein Mindestmaß an Absatz und ein leichtes Fußbett – am Schuh darf ruhig mehr dran sein als an einem zweiten Socken!

Männer haben schon ganz recht damit, wenn sie Ballerinas verteufeln: der watschelige Gang wirkt unvorteilhaft und wir wirken wie Enten mit den Schuhen. Das können eigentlich nur noch Uggs steigern. Traurig aber wahr!

Hasch mich, ich bin die Waldfee…

Erfreut trete ich aus der Umkleide – ich bilde mir ein, dass der Schnitt des Oberteils mir schmeichelt. Doch dann kommen die ernüchternden Worte meines Freunds „Joa, ganz schick, aber du könntest natürlich auch noch 10 Kilo mehr wiegen, man sähe keinen Unterschied.“ Es trifft mich wie ein Schlag! Seit zwei, drei Jahren, als das mit den Leggins angefangen hat, werden meine Oberteile immer weiter und länger. Wie ein Sack umhüllen sie mich und meinen Speck. Dabei schmeichelt das kein bisschen, sondern lässt jede Frau wie eine Tonne wirken – selbst die Zierlichste!

Diese Mode hat sich klammheimlich ausgebreitet. Wahrscheinlich war es irgendein Designer Leid all das enge Elend in Plastikklamotten zu sehen. Doch der Mittelweg wäre wohl angesagter. Wie heißt es in Modezeitschriften immer: betont eure Silhouette!

Entenfüße, Entenarsch…Chinos

Versteht mich nicht falsch. Chino ist nicht gleich Chino und dem einen oder anderen von uns steht diese Hosenmode wirklich. Aber seltsamerweise greifen scheinbar die meisten Träger zur falschen Größe und Passform. Der Entenarsch ist dann die Folge: irgendwie unstimmig wirkt der Po in Relation zum Rest des Körpers.

Diesen Fehler begehen übrigens vor allem Männer! Wohl weil sie sich sonst kaum Gedanken über Figurfragen machen müssen, lassen sie ihre Rückansicht völlig außer Acht. Die Chino rutscht dann seltsam auf Nierengegend und lässt den Männerhintern breit wirken. Zugleich gehören Chinos gebügelt und regelmäßig gewaschen, da sie durchs Tragen die Form verlieren. Scheint aber vielen Männern egal zu sein – wir finden: sieht lächerlich aus!

leggins

Apropos Hosen… ich glaub, du hast deine vergessen?

Die angesprochene Leggingsmode ist mittlerweile so weit ausgeufert, dass Frauen Leggings als Hosenersatz wahrnehmen. Die Folge sind Camel Toes: man sieht eure Mu****i, Mädels! Auch der Po vieler Frauen ist zwar prächtig, aber nicht prachtvoll anzusehen. Zieht also lieber etwas drüber!

Als Antwort auf die Hosenfrage haben sich diesen Sommer viele Mädels wohl gedacht: „Ich trag zwar ‘ne Jeans, aber ich zeig sie nicht!“. Dafür sehen wir nur noch die Hosentaschen! Seltsamer Trend, aber wirklich wahr: Hotpants sind so kurz geworden, dass nun sogar die Hosentaschen länger sind! Eigentlich bedarf es da nicht mehr vieler Worte, oder?

Und dann ist da noch das FUPA Problem…

Wir sprechen ja heute nur noch in Abkürzungen – Yolo und so! Auch unsere Modesünden und -problemchen lassen sich in prägnanten Lettern ausdrücken. F.U.P.A. ist so eins – die Fat Upper Pussy Area. Sie entsteht durch hohe Hosen, die auf Taille enden. Ihr wisst schon, dieses Dreieck, dass sich abzeichnet und wölbt. Ich glaube, das Bild vor unserem inneren Auge reicht, um die Problematik zu verdeutlichen…Unschön!

Muffin Top ist war keine Abkürzung aber ebenfalls eine bildhafte Umschreibung von Modesünden; lasst den Speck nicht über die Hosen quellen!

Bilder: Pablo Hidalgo, shutterstock.com

Lieschen

Ich bin die Bereicherung aus dem hohen Norden für die Redaktion in München. Trends werden von mir auf Hamburger Straßen aufgelesen. Meine Lieblingsthemen drehen sich um sportliche Neuheiten, Essen und Kosmetik.
Lieschen

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