Raus aus der Kaufspirale: Do it yourself!

Alles ist heutzutage auf Knopfdruck bestellbar, nichts müssen wir mehr selber machen. Die Lösung für alle Bedürfnisse: Kaufen. Geht etwas kaputt, wird es weggeschmissen und neu erworben. Die Mentalität „Arbeite, kaufe, konsumiere“ hat sich wie ein Virus in die moderne Gesellschaft eingeschlichen, so dass die meisten Menschen gar nicht mehr wissen, dass es auch ganz anders geht. Wir zeigen euch, wie ihr dem Teufelskreis entkommt.

DIY malen farben frau

Selber machen macht glücklich.

Von den Medien vorgegaukelt und von uns nachgemacht

Das größte Problem der Konsumgesellschaft ist der Irrglaube, dass alles, was nicht industriell hergestellt und brandneu ist, schlecht sei. Doch müsst ihr euch vor Augen halten: Die Annahmen über das, was „in“ und „out“ ist, werden uns zum größten Teil von den Medien vorgemacht und hier steht meist nur eins im Vordergrund: Profit. Kein Wunder also, dass uns  Fernsehen, Zeitschriften und Werbeplakate pausenlos zum Kauf der neuesten Produkte anregen wollen, denn diese Medien werden von Werbekunden bezahlt, die nur durch Verkauf Gewinn machen. Was bringen der Massenproduktion Individualität und Menschen, die statt zu kaufen auch mal selbst Hand anlegen?

DIY: Das Glück des Tüchtigen

Viele wissen heutzutage nicht einmal mehr, wie einfach Sachen selber zu reparieren oder kreieren sind. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es nur ein paar Stunden dauert, um eine Mütze zu häkeln? Und weniger als eine Stunde, um die vier Euro Cupcakes von der Bäckerei nebenan selber zu zaubern?

Die Seite doityu hat hilfreiche Anleitungen mit Bildern zu allem, was das Herz begehrt. Hier könnt ihr lernen, wie man Krümelmonster-Muffins backt, Stoffbeutel näht und dekoriert, allerlei Schmuck bastelt und in 15 Minuten ein persönliches Halstuch kreiert.

Auch in Haus und Garten kann viel ohne Handwerker erreicht werden. Tapezieren und Fliesen legen ist viel einfacher, als ihr euch das vorstellt! Und Blumentöpfe kann man aus allen möglichen herumliegenden Materialien aus Haus und Werkstoffhof herstellen, siehe hier.

Das klingt alles nach zu viel Arbeit? Ihr habt einfach keine Zeit dazu?

Macht das Experiment: Das nächste Projekt, das ansteht – sei es Streichen, ein Geschenk für die beste Freundin finden oder den Nachbarn ein Dankeschön fürs Blumengießen backen – versucht ihr, selber zu machen und nicht zu erkaufen. Wendet dafür keine Minute mehr auf, als ihr sonst in Einkaufen, Surfen oder Fernsehen investieren würdet. Wie hat sich das angefühlt? Nach Arbeit?

Tausch statt Kaufrausch

Natürlich kann nicht alles selber gebastelt werden, für vieles braucht man technische Hilfsmittel. So bleibt einem meist nichts anderes übrig, als Sachen wie Brillen und hochwertige Ballkleider als Fertigprodukte zu erwerben. Oft kaufen wir uns dabei Dinge für einen besonderen Anlass, oder weil sie gerade dermaßen „in“ sind, doch sie verfaulen anschließend im Kleiderschrank. Habt ihr euch mal in letzter Zeit euren Kleiderschrank angesehen? Was davon tragt ihr wirklich?

Für einsichtige Frauen und Männer gibt es eine Alternative zum blinden Konsum. Schon mal an Leihen gedacht? Wer immer dem Trend folgen will, aber auch schnell mal die Nase voll hat von seinen Klamotten, der kann sich durch das Ausleihen, aber auch das Verleihen von Kleidung bei Laune halten – und tut so der Umwelt etwas Gutes. Denn jedes geliehene Modestück ist ein Artikel weniger, der durch den Kauf im Laden die Nachfrage und somit die Massenproduktion ankurbelt. Egal ob Kleidertausch, Second Hand Kauf oder Leihen, Hauptsache der Massen-Maschinerie ab und zu mal entkommen und darüber nachdenken, was man konsumiert.

Und was habe ich davon?

Der Lohn des Aufwandes: Geringere Kosten, Produkte mit Individualität, viel nützliches Wissen und das unvergleichliche Gefühl, etwas mit den eigenen Händen kreiert oder etwas Gutes getan zu haben. Und ihr seid raus aus der Kaufspirale, die ständig nach dem Kauf der neuesten Einheitsware schreit! Die innere Befriedigung, die euch das Selbermachen und Wiederverwerten bescheren, lässt sich auch in unserer technisch-fortgeschrittenen Konsumgesellschaft noch nicht kaufen.

Bild: Shutterstock.com/Poznyakov

Marie

Im Stylonic-Team versuche ich mit meiner verqueren Birne ironisch und provokant und manchmal einfach mit Berliner Schnauze die staubige Online-Landschaft etwas aufzuwirbeln. Am liebsten schreibe ich über meine eigenen Erfahrungen beim Reisen oder Tagträumen und über die ganz normalen Verrücktheiten, die uns im Leben so begegnen. Wörter, von denen die Welt mehr braucht: quietschfidel und schnabulieren.
Marie

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