Die 10 goldenen Backpacker-Regeln

„Backpacking“ nennt sich die neue Trendsportart in Deutschland – Rucksackreisen auf Gutdeutsch. Hierbei macht sich unsere Jugend mit nichts als einem Rucksack bewaffnet über die Ozeane auf zu fremden Ufern. Im Zentrum des Backpacking stehen geringere Kosten, mehr Kontakt zu Mitreisenden und Einheimischen sowie ein Höchstmaß an Spontanität. Doch Achtung Stolperfalle, auch diese minimalistische Art des Reisens will gut durchdacht sein! Hier einige Tipps von Backpacker zu Backpacker.
Backpacker Rucksack Tipps Ausrüstung

1: Fertig gepackt? Denkste!

Abspecken: Wenn du meinst, nur das Allernötigste gepackt zu haben, dann ist es Zeit, die Hälfte wieder auszupacken. Der ideale Reisekumpane für den Rücken bringt etwa 12 Kilo auf die Waage und hat eine eher schlanke Figur – das heißt ohne viele Ausbeulungen und Anhängsel, die bei jeder Busreise drohen, sich in die Schnüre des benachbarten Gepäcks zu verlieben.

Packt mit System! Nicht einfach alles in den Rucksack hineinstopfen, sondern verschiedene Bereiche für verschiedene Artikel vorsehen. Mein Tipp: Ziploc-Taschen für verschiedene Kategorien. Diese sind nicht nur wasserdicht und wiederverschließbar, sie rascheln auch nicht so penetrant wie normale Plastiktüten und vermiesen nicht – und ich spreche aus schmerzlicher Erfahrung – deinen Schlafsaalkollegen den Morgen. Mittlerweile sind sie als Ziploc-Maxi-Version mit 8 Litern Inhalt erhältlich und können damit auch Jeans und Pullis fassen. Auf meiner persönlichen Lieblings-Backpackerseite Weltreise-Info findest du sehr hilfreiche Packtipps und eine ausführliche Packliste.

Meine 2 Geheimfavoriten für die Reise:

– Ein simples Taschenmesser mit Schere
– Ein Karabinerhaken, mit dem du alles, was sich aufbäumt und nirgendwo reinpassen will liebevoll zum Mitkommen zwingen kannst

2: Nimm dir Zeit!

Das gilt im Alltag ebenso wie beim Reisen. Es gibt nichts Schlimmeres, als von Ort zu Ort zu hetzen und nur die so genannten „Sehenswürdigkeiten“ mitzunehmen. Reisen heißt, sich eine Auszeit zu nehmen, Neues kennenzulernen, sich gehen zu lassen. Auf meinen Reisen durch Südamerika habe ich zahlreiche Rucksackreisende getroffen, die nach einem übertriebenen Reiseregime am Ende völlig gestresst nach Hause kehrten und reif für den nächsten Urlaub waren.

3: Sicher ist sicher

Auch wer vorhat, sich treiben zu lassen, sollte immer auf seine eigene Sicherheit achten. Das heißt, zur ersten Orientierung – auch wenn es spießig klingt – die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu lesen. So kannst du etwaige Aufstände und besonders gefährliche Gegenden weiträumig umfahren. Das heißt aber vor allem auch, die Menschen und Touristen vor Ort zu fragen, denn nur die haben die Insider-Infos.

Und ganz nebenbei: Der Geldgürtel mag vielleicht nerdy aussehen, nichts schützt aber besser vor Taschendieben – und der eigenen Vergesslichkeit.

Zur Sicherheit gehört natürlich auch die eigene Gesundheit: Nimm dir also für alle Fälle eine umfangreiche Reiseapotheke aus Deutschland mit. ÖKO-Filterflaschen sind die Antwort auf verunreinigtes Trinkwasser und für nur 25 Euro eine absolut lohnenswerte Investition gegen drohenden Durchfall.

Insgesamt gilt für alle Sicherheitsfragen: Nie naiv sein, aber Paranoia bringt dich auch nicht weiter.

4: Sei so deutsch wie nötig und so undeutsch wie möglich

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Man muss nicht immer gleich merken, dass du aus Deutschland kommst. Die Fahne darf auch mal im Rucksack bleiben.

Gerade wir Deutschen neigen dazu, alles minuziös im Vorhinein zu planen. Doch nutze die Zeit, um dich mal ganz undeutsch zu verhalten. Plane nur das Nötigste und von dort an lass dich treiben.

Hier eine praktische Checkliste für Dinge, die dein „Deutsches Gehirn“ vor der Reise erledigen sollte. Ein besonders wichtiger Punkt ist die Bank-Entscheidung. Hier sind die comdirect oder dkb als Internetbanken bei längeren Auslandsaufenthalten wirklich sehr zu empfehlen, da sie dir kostenlose Bargeldabhebungen weltweit garantieren.

5: Wer geizt, ist gereizt

Wie oft wirst du in Indien, Kolumbien oder Neuseeland sein? Richtig, wahrscheinlich nur dieses eine Mal. Also nicht am falschen Ende sparen! Wenn es etwas zu erleben gibt und der Preis vernünftig ist, zuschlagen. Probiere Dinge aus, die du noch nie in deinem Leben gemacht hast, vielleicht sogar Dinge, vor denen du eine höllische Angst hast. Denn mit dieser Reise sollst du nicht nur geografische Grenzen überschreiten. Überteuerte Hostels und Touri-Märkte dagegen müssen nicht sein, es gibt immer eine billigere Alternative.

6: Bitte lächeln

Es ist wahrhaftig unglaublich, was ein einfaches Lächeln alles bewirken kann – vor allem in dir selbst. Wir Deutschen haben es so mit der Pünktlichkeit und unserem rigiden Regelwerk. Klappt es dann nicht so, wie wir wollen, legt sich unsere Stirn in wütende Falten. Doch wer reist, muss lernen, loszulassen. Fazit: Nicht über verspätete Verkehrsmittel fluchen, mal 50 Cent oder Rupien oder kolumbianische Pesos mehr zahlen, wenn der Straßenverkäufer kein Wechselgeld hat – und die Dinge einfach mit einem Lächeln abschütteln. Das klingt banal, ist aber die eigentlich größte Kunst des Reisens.

7: Das berühmt berüchtigte Bauchgefühl

Beim Backpacken gilt: Folgt eurer Intuition. Wenn euch in einer Seitengasse ein ungutes Gefühl überkommt, kehrt um und nehmt die großen, gut beleuchteten Straßen. Wenn ihr euch in einem Hostel aus irgendeinem Grund nicht wohlfühlt, auf zur nächsten Adresse!

Wer meint, er habe kein Bauchgefühl, der sollte beim Rucksackreisen die Möglichkeit und Zeit nutzen, um in sich zu gehen und es zu entdecken. Denn glaubt mir, jeder von euch hat eins und es ist extrem hilfreich!

8: Stichworte: Couchsurfing und WWOOFing

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Couchsurfing: So sieht kostenloser Comfort aus.

Couchsurfen wird in Deutschland immer beliebter und gibt dir die Möglichkeit, umsonst auf fremden Sofas zu übernachten. Hier kannst du nachlesen, wie es geht. WWOOFing hingegen ist hierzulande weniger bekannt. Das internationale Netzwerk ermöglicht dir, den Kontakt zu organischen Bauernhöfen auf der ganzen Welt aufzunehmen und dort deine Mithilfe gegen Kost und Logis einzutauschen. Über die WWOOF-Website kannst du das Land deiner Wahl aussuchen und dich gegen eine geringe Gebühr registrieren. Es gibt kaum eine bessere Art, in Leben und Kultur fremder Länder einzutauchen.

9: Facebook aus!

Gegen das wöchentliche Bilderhochladen für das Beglücken von Freunden und Verwandten ist natürlich nichts einzuwenden. Doch wer täglich mehr Zeit im Netz verbringt, als an seinem Reiseort, der scheint den Sinn des Backpackens nicht ganz verstanden zu haben.

10: Urteile nicht

Kennt ihr die Sorte? Dauernd am beschweren über das fremde Land und ständig den Vergleich zum perfekt funktionierenden Deutschland ziehend? Es gibt Rucksackreisende, die den ganzen lieben langen Tag lang nichts anderes machen, als sich über das Land, in dem sie das Privileg haben, reisen zu dürfen, zu ärgern und die Einheimischen zu verurteilen.

„Suche nicht nach der Wahrheit, höre einfach auf, alles zu beurteilen“, würde der chinesische Philosoph Laotse dazu sagen. Unterteile nicht in gut und schlecht, denn diese Kategorien existieren lediglich in unseren Köpfen. In der Realität sind die Sachen nur neu oder anders und damit vor allem eines: gewöhnungsbedürftig.

Im Endeffekt weiß es wohl niemand besser als ihr Backpacker da draußen: Schreibt uns gerne eure wertvollsten Lektionen und spektakulärsten Erfahrungen!

Bild: Steve Cukrov/shutterstock.com, mangostock/shutterstock.com, pzAxe/shutterstock.com

Marie

Marie

Im Stylonic-Team versuche ich mit meiner verqueren Birne ironisch und provokant und manchmal einfach mit Berliner Schnauze die staubige Online-Landschaft etwas aufzuwirbeln. Am liebsten schreibe ich über meine eigenen Erfahrungen beim Reisen oder Tagträumen und über die ganz normalen Verrücktheiten, die uns im Leben so begegnen. Wörter, von denen die Welt mehr braucht: quietschfidel und schnabulieren.
Marie

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